Amanita Muscaria
-Eine alte Medizin erinnert-
Ich nehme dich mit auf den Weg, wie Amanita Muscaria bei mir angeklopft hat...
Vor zwei Jahren saß ich abends mit meiner Trommel auf dem Boden und trommelte mich mit einem sehr monotonen Rhythmus in eine andere Welt. Es war friedlich. Ich war im Wald. Plötzlich kam eine alte Frau auf mich zu. Sie war weiblich, rund, mit üppigen Brüsten und weichen Rundungen. Ihr weißes Haar war geflochten. Ihr Gesicht war von tiefen Falten gezeichnet. Ein wunderschönes Gesicht. Ein Gesicht, das viel erlebt hatte und eine tiefe Weisheit in sich trug. Die weise Frau hielt mir plötzlich einen Fliegenpilz entgegen. Ich schrak zurück. Ich war verwirrt. Was wollte sie mir damit sagen? Wollte sie mich vergiften? Ich nahm den Pilz in die Hand, blickte auf – und die Frau war verschwunden. Ich konnte keine Fragen mehr stellen. Meine Reise war zu Ende. Ich nahm dieses Erlebnis mit in die Nacht und in die nächsten Tage. Immer wieder fragte ich mich, was es damit auf sich hatte. Gleichzeitig nahm ich mir nicht die Zeit, noch einmal einzutauchen und Antworten zu suchen.
Ich verstaute die Pilze in meinem Schrank - und ließ sie dort liegen...
Eine Woche später stieß ich auf eine Werbeanzeige für einen kostenlosen Workshop über Amanita Muscaria. „Jetzt pfeift mein Schwein.“ Das konnte doch kein Zufall sein. Natürlich meldete ich mich an und lauschte an diesem Abend aufmerksam dem Referenten.
Also gut. Amanita M. ist gar nicht hochgiftig und bringt uns nicht um, wenn wir einen Bissen davon nehmen. Amanita trägt tiefe Heilkräfte in sich und wurde – wie so vieles – von der Kirche und dem Patriarchat verteufelt. Vielleicht, weil es den Menschen mit dieser Medizin zu gut gehen könnte.
Es war Herbst. Ich machte mich auf den Weg und sammelte Amanita. Das Gefühl, das ich dabei hatte, war beunruhigend. Ich hatte ständig das Gefühl, beobachtet oder verfolgt zu werden. Es ist schwer, die richtigen Worte dafür zu finden. Es hatte etwas mit einer tiefen Lebensangst zu tun, doch mein Verstand konnte sie nicht greifen. Ich verstaute die Pilze sorgfältig in meinem Schrank – und ließ sie dort liegen.
Mein Inneres hatte wohl zu große Angst vor dem, was ich sehen könnte, wenn ich mich mit dieser Heilpflanze verbinden würde
So stand sie dort. Über ein Jahr lang. Meine Alleskönnerin. Im Frühling 2025 klopfte sie erneut an. Einfach im Schrank verschließen war offenbar keine Option. Eine Frau erzählte mir von einer Referentin, die ein schamanisches Training mit Amanita anbot. Sie ist Psychotherapeutin und hatte in den USA große Erfolge dabei, Menschen mit tiefen Depressionen zu begleiten.
Ich hatte Angst. Viel Angst. Ich wusste, dass ich etwas tief Verborgenes sehen würde, wenn ich mich auf die Reise mit Amanita einließ. Und trotzdem bin ich ihrem Ruf gefolgt. Zögerlich. Aber ich bin ihr gefolgt.
“Heute bin ich dieser wundermagischen Geistin unendlich dankbar. Für ihr Halten. Für ihre liebevolle Art, mir Dinge zu zeigen und mich gleichzeitig darin zu begleiten.” – Sandra Gasparini
Amanita M. hat mir eine tiefe Wunde gezeigt
Meine Hexenverbrennung. Und nein – ich wurde nie verbrannt. Aber all die Frauen, die mir gefolgt sind. All die Frauen, die ich gelehrt habe. Über Amanita. Über Pflanzen. Über Frequenzen. Über Magie. Sie wurden verbrannt.
Ich begegne heute häufig Frauen, bei denen ich das Gefühl habe, sie aus dieser Zeit zu kennen. Oft spüre ich ihnen gegenüber Schuld. Und gleichzeitig erfahre ich Vergebung.
Vielleicht fühlst auch du dich gerade angesprochen. Vielleicht spürst du, dass du Teil dieser Frauen warst. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege genau deshalb wieder.
Einfach nur sein - Ruhe und Heilung für mein System
Und Amanita M. hat mich noch etwas viel kostbareres gelehrt. Sie hat mir das Nichtstun gelehrt. Das einfach nur sein. Sie hat mir gezeigt, dass ich in Sicherheit bin, wenn ich mich einfach in den Wald setze und nichts tue. Ich bin stundenlang durch die Wälder geschlendert. Wie ein Tier. Es gab nichts zu tun, außer einfach zu sein.
Und genau das hat so viel Ruhe und Heilung in mein System gebracht. Obwohl ich dringend Arbeiten hätte sollen um Geld zu verdienen war ich in der tiefsten Ruhe und Gelassenheit und Geld ist einfach über andere Wege zu mir geflossen. Es war heilig diesen Prozess erlebt zu haben.
Für mich ist Amanita M. nicht der nächste Trend. Nicht das nächste „Das muss ich unbedingt ausprobieren“. Amanita M. trägt eine tiefe Heiligkeit in sich. Sie trägt unsere Wurzeln. Unseren Ursprung. Sie trägt so vieles Vergessenes in sich und erinnert uns daran, wer wir sind.
Kein weiterer Flug nach Südamerika zu Kulturen, die nicht unsere eigenen sind. Keine Pflanzen, die in unserer Heimat niemals wachsen würden.
Nein.
Die Medizin wächst hier. Die Medizin wurde verteufelt, obwohl sie eine so tiefe Heilung in sich trägt. Denn deine Wurzeln sind hier. So wie ihre. In unseren Wäldern. Auf unseren Wiesen.
Hat Amanita M. vielleicht auch bei dir angeklopft?
Wenn du ihren Ruf spürst und dich achtsam auf diese Begegnung einlassen möchtest,
begleite ich dich gerne ein Stück auf deinem Weg.
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